NAMIBIA
Reiseverlauf Teil 2
Afrikareise 2022
11.10. - 30.10.2022

Anreise & Mowani Camp
Wir landetet pünktlich kurz nach Mittag in Windhoek. Die Einreise ging reibungslos, dauerte jedoch eine Stunde. Draussen wartete Bushlore schon und wir wurden in ihr Office in Windhoek chauffiert. Unser Auto war parat und wir bewältigten die ganzen Übergabeformalitäten. Dann gingen wir direkt in die nächste Mall und machten unseren Grosseinkauf. Routiniert spulten wir die Korridore ab und beluden unseren Einkaufswagen mit allem, was wir die nächsten zehn Tage benötigten. Leider fanden wir nicht alles in der ersten Mall sondern mussten noch einen zweiten Laden aufsuchen. Dann ging es auf die Autobahn und wir fuhren aus Windhoek hinaus. Die erste Nacht verbrachten wir auf der Düsternbrook Gästefarm. Die kannten wir vom letzten Jahr schon. Nun galt es, all die Einkäufe schlau einzuräumen. Parallel dazu kochten wir Spaghetti mit Tomatensauce. Wir hatten keine Energie mehr, um ein komplexes Menü zu machen. Die Nacht war erstaunlich kühl. Bei Sonnenaufgang frühstückten wir und fuhren los. In Okahanja versuchten wir noch, die letzten Kleinigkeiten zu bekommen, die wir verpasst hatten einzukaufen. Wir hatten noch ordentlich Strecke vor uns. Bald verliessen wir die Tarroad, senkten den Reifendruck und fuhren auf Gravel weiter. So um drei Uhr am Nachmittag erreichten wir die Strasse, die nach Mowani und Twyfelfontein führte. Anfänglich war die wüstes Wellblech. Dann plötzlich kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Gravelroad hörte auf und die letzten Kilometer fuhren wir auf einer niegelnagelneuen Teerstrasse. Namibia unternimmt einiges, damit die Hauptreiseziele mit ganz gewöhnlichen Fahrzeugen einfach zu erreichen sind. Das fanden wir eher schade. Wir kamen nach dem langen Fahrtag nach vier Uhr im Mowani Camp an. Hier war für uns eine Campsite reserviert. Die Campsite hat seit 2017 auch einige Veränderungen erfahren und ist nicht mehr so rudimentär. Wir machten ein schönes Grillfeuer und ein schönes Abendessen. Parallel dazu wurden die ersten Vögelchen abgelichtet. Wir frühstückten am nächsten Morgen auf unserer Campsite und fuhren ohne lange Verzögerung glich los.
Mowani Campsite
Palmwag Concession & Hoanib Valley
Wir frühstückten am nächsten Morgen auf unserer Campsite und fuhren ohne lange Verzögerung glich los. Wir machten einen Abstecher ins Aba Huab Tal um zu schauen, ob wir auf Wüstenelefanten treffen würden. Wir hatten keinen Erfolg. Also fuhren wir weiter bis nach Palmwag. Hier mussten wir durch den Veterinärzaun, was in Süd-Nord-Richtung kein Problem ist. Wir konnten erfolgreich tanken und waren somit gut vorbereitet, um in die Palmwag Concession zu gehen. Wir checkten ein und rumpelten los. In der Palmwag Concession sind die Chancen relativ gross, um seltene Tiere wie das Black Rhino oder Mountain Zebra zu finden. Doch wir hatten überhaupt kein Glück und wir sahen ausser ein paar Springboks und Giraffen keine Tiere. Dafür war das fahren in der absoluten Einsamkeit sehr schön. Gegen Abend kamen wir an einer schönen Stelle mit einem einsamen Baum vorbei. Unter dem Baum hatte es eine Feuerstelle, also parkten wir unser Auto hin und bauten das Dachzelt auf. Wir hatten einen schönen Abend mit Grillfeuerabendessen und einer Flasche Wein. Wegen den Wolken sahen wir leider keinen Sternenhimmel. Am nächsten Morgen ruckelten wir auf der Piste weiter, bis wir gegen Mittag bei Mudorib ins Hoanib Valley kamen. Vor fünf Jahren standen wir hier, als wir über mehrere Kilometer durch das Wasser des Flusses gedüst sind. Jetzt war alles absolut trocken. Wir nahmen die Richtung flussaufwärts. Wir waren gespannt, ob wir auf Wüstenelefanten treffen würden. Und tatsächlich trafen wir auf etwa halber Strecke auf einen Bullen und eine kleine Herde von vier Elefanten. Das war sehr schön, waren es doch die ersten Wüstenelefanten für uns. Dann tuckerten wir weiter bis zum Elephant Song Camp. Wir fragten nach, ob wir hier nächtigen durften und bekamen einen schönen Stellplatz mit Aussicht auf das Flusstal. Wir nahmen es dann ruhig. Die letzten Tage waren anstrengend und wir merkten, dass wir uns in den letzten beiden Nächten wohl erkältet hatten. Am nächsten Morgen fuhren wir nach dem Frühstück das Huanib Valley wieder hinunter. Wir hatten eine schöne Sichtung eines Wüstenelefanten, der sich lang streckte, um an die Blätter eines Baumes zu gelangen. Ansonsten sahen wir Oryx, Springbok und Giraffen. Wir fuhren an Mudorib vorbei, bis es nicht mehr weiter ging. Wir mussten aufpassen, dass wir nicht in den Skeleton National Park eindrangen, denn das war verboten.
Palmwag Concession
Die Palmwag Concession ist ein riesiges Schutzgebiet im Nordwesten Namibias. Dieser Teil Namibias stellt in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes dar. Besucher finden sich inmitten einer unendlichen, surreal anmutenden Basaltlandschaft wieder, Man kann als Selbstfahrer durch die zerklüfteten, mit seltenen Aloen und giftigen Euphorbien bestandenen Basaltfelder des sogenannten Etendeka Plateaus fahren und diese einzigartige und urtümliche Landschaft erleben.
Die Palmwag Concession ist ein enorm wichtiges Refugium für seltene, teils vom Aussterben gedrohte Tierarten. Nach Schätzungen kommen hier mehr als 70% der noch frei lebenden Spitzmauslnashörner vor. Weiterhin ziehen die faszinierenden Wüstenelefanten, Bergzebras und Giraffen durch das Gebiet.
Hoanib Valley
Der Hoanib ist einer der Trockenflüsse Namibias. Während lediglich weniger Tage im Jahr fliesst Wasser an der Oberfläche. Das Flusstal bildet die Grenze zwischen dem Damaraland, zu dem auch die Palmwag Concession gehört, und dem Kaokoveld. Daneben gilt das Flusstal als eines der Besten Wildgebiete und als wichtiges Refugium für die Wüstenelefanten. Das lebensspendende Wasser finden die Tiere im Flusstal unterhalb der Oberfläche.
Der letzte Abschnitt des Flusstals wird für Selbstfahrer von der Palmwag Concession verwaltet. Dabei werden die Fahrspuren im Flusstal als Fahrweg genutzt. Ein markanter Punkt des Flussabschnittes ist Die Poort, eine Engstelle, die nur wenige Meter breit ist. Im 2017 hatten wir hier Wasser und wir mussten schauen, dass wir so schnell wie möglich aus dem Flusstal herauskamen. Im 2022 war es knochentrocken und die Durchfahrt problemlos.
Hoarusib Valley & Purros
Wir fanden eine Stelle, wo wir das Flussbett des Hoanib verlassen konnten, und fuhren quer über die Einöde Richtung Hoarusib Valley. Plötzlich sahen wir in der Ferne drei Menschen Sitzen. Wir fragten uns, was das nun sollte. Es gab hier weit und breit nichts. Als wir näher kamen, erkannten wir, dass wir unsere ersten Lone Stonemen vor uns hatten. Ein unbekannter Künstler stellte seit ein paar Jahren aus Steine gefertigte Menschenskulpturen in die Landschaft. Es werden immer mehr. Jetzt hatten wir drei solche Figuren vor uns. Das war super toll. Bald darauf waren wir im Hoarusib Valley. In diesem Teil des Trockenflusses hatte es letzte Wassertümpel, durch die wir fahren mussten. Kathrin hatte ein wenig schiss, dass wir steckenbleiben könnten. Doch es war absolut kein Problem und wir kamen überall problemlos durch. Bei Purros weitete sich das Tal. Vor fünf Jahren kamen wir genau bis hier, bevor uns das Wasser definitiv den Weg versperrte. Nun war alles trocken. Wir fuhren zur Omenje Campsite und ergatterten den schönsten der fünf Stellplätze. Der gefiel uns sehr und wir entschieden spontan, zwei Nächte zu bleiben. Wir genossen ein wenig das Campingdasein auf dem schönen Platz. Am folgenden Tag machten wir von Purros aus eine Rundtour. Wir verliessen den Ort Richtung Norden. Wir folgten der D3707 bis zum Khumib Valley. Hier trafen wir auf den nächsten Lone Stonemen. Wir bogen ins Khumib Flussbett ab und drehten eine Runde durch die spektakuläre Landschaft. Der Weg ist in Tracks4Afrika eingezeichnet und führt am Stein Eisbär vorbei. Unweit davon fanden wir den nächsten Lone Stonemen. Die Landschaft gefiel uns sehr. Hier war es so trocken, dass wir keine Spuren von Tieren fanden. Auf unserer Route trafen wir noch zwei weitere Male auf Lone Stonemen. Dann ging es über einen Pass wieder in Richtung Hoarusib Valley. Wir wurden von einer kleinen Gruppe von Schweizern überholt, die deutlich schneller unterwegs waren, als wir. Wir trafen später an einem Aussichtspunkt auf die drei Fahrzeuge und plauderten ein wenig. Dann fuhren zurück nach Purros auf unsere schöne Campsite. Es schien fast, dass Purros fest in schweizer Hand sei, denn da kam noch ein weiteres Fahrzeug mit Schweizern. Die hätten gerne unseren Platz gehabt. Wir gaben ihn nicht her. Wir genossen nochmals das Camperleben.
Hoarusib Valley
Der Hoarusib zählt wie der Hoanib zu einem der Trockenflusstäler im Norden Namibias. Er führt durch ein sehr abgelegenes Gebiet. Nur in Purros gibt es eine Ansiedlung. Hier kreuzt die einzige Verbindungsstrasse, die D3707 den Flusslauf. 2017 mussten wir hier umdrehen, weil der Fluss genau zu dieser Zeit hohes Wasser führte. 2022 hatte es im unteren Teil des Flussabschnittes noch Restwasser.
Purros
Roundtrip Purros - Khumib Valley - Hoarusib Valley - Purros
Lone Stone Men
Hoanib Valley zum Zweiten
Wir entschieden, nochmals eine Nacht im Elephant Song Camp zu verbringen. Wir wählten eine andere Strecke durch die Berge, um von Purros ins Hoanib Tal zu gelangen. Wir kamen wieder bei Mudorib ins Tal. Schon von weitem sahen wir, dass Wüstenelefanten da waren. Wir begleiteten die Elefanten eine Strecke lang, bis diese eine Rast einlegten. Wir kamen wieder recht früh beim Elephant Song Camp ein und bekamen den gleichen Platz. Mit uns auf der Campsite waren zwei junge Schweizer aus Neuchâtel. Ihr Deutsch war glücklicherweise besser als unser Französisch. Wir assen dann auch zusammen, wobei wir das Fleisch beisteuerten, denn wir mussten alles aufbrauchen wegen der Veterinärkontrolle, durch die wir am nächsten Tag mussten. Wir hatten einen gemütlichen Abend und wissen seither, was ein Krakenschnaps ist. Wir verliessen das Kaokoveld am nächsten Morgen. Wir fuhren über Sesfontain zurück nach Palmwag und dort durch die Veterinärkontrolle. Wir hatten nichts mehr, was man uns hätte wegnehmen können. Dann ging es weiter über den Grootberg Pass nach Kamanjab. Wir mussten unbedingt unsere Vorräte auffüllen, bevor wir in den Etosha National Park gingen. In Kamanjab war das hoffnungslos. Also stiegen wir ins Auto und düsten über die gute Teerstrasse nach Outjo. Hier hatte es gute Einkaufsmöglichkeiten, doch das Angebot war an diesem Tag etwas eingeschränkt. Es blieb uns nichts anderes übrig, als soviel wie möglich einzukaufen und dann zu schauen, was sonst im Park organisierbar wäre. Wir hatten noch genügend Energie, um bis möglichst nahe an das Anderson Gate des Etosha zu fahren. Auf der Toshari Lodge fanden wir einen guten Stellplatz für die Nacht.
Hoanib Valley
Desert Elephant
Die Wüstenelefanten sind keine eigenständige Elefantenart, sondern afrikanische Buschelefanten, die in der Namib-Wüste leben und sich an die harrschen und extremen Bedingungen angepasst haben. Ihre Sinnensorgane sind so geschärft, dass sie Wasser aus grossen Distanzen und unter der Erde riechen und aufspüren können. Durch graben von Löchern gelangen sie an das überlebenswichtige Wasser. Sie wandern von einer Wasserstelle zur nächsten auf traditionellen Wegen, die von der saisonalen Nahrungs- und Wasserverfügbarkeit abhängen. Das führt dazu, dass die Elefanten grosse Distanzen am Tag zurücklegen müssen. Forscher nehmen an, dass dieser Umstand auslöser ist, dass die Elefanten kleiner sind, als ihre Artgenossen in den Savannen. Zudem haben die Elefanten tendenziell längere Beine und grössere Fussflächen, was das Gehen im weichen Sand vereinfacht. Heute leben noch etwa Hundert Wüstenelefanten in Namibia, davon etwa zwanzig im Hoanib Valley. Die geringe Zahl zeigt, dass die Wüstenelefanten stark vom Aussterben bedroht sind und auf Schutz angewiesen sind.
Elephant Song Campsite
Grootberg Pass
Etosha National Park
Olifantsrus
Kathrin hatte Geburtstag und wurde zum x-ten Mal 32. Das nahmen wir zum Anlass, uns einen Brunch in der Lodge zu gönnen. Das war ein guter Start in den Tag. Anschliessend packten wir unsere Sachen zusammen und fuhren zum Anderson Gate, wo wir in den Etosha National Park eincheckten. In Okaukejo mussten wir die Formalitäten regeln und die Gebühren bezahlen. Dann konnten wir den Weg nach Olifantsrus angehen. Die Strecke war ausserordentlich mühsam und ermüdend zu fahren, weil der Weg übelstes Wellblech war. Es schüttelte uns fast die Zähne aus dem Gebiss. Wir waren froh, als wir in Olifantsrus ankamen. Die Tageszeit war natürlich nicht die Beste, um auf dieser Fahrt viele Tiersichtungen zu haben. Auf unserem Abend-Gamedrive von Olifantrus hatten wir zwar keine Katzensichtungen, doch wir sahen einige andere Tiere und erlebten, wie vier Falken Tauben am Jagen waren. Die Tauben hatten keine Chance, wenn sie einmal im Visier der Falken waren. Das Camp Olifantrus hatte den schönsten Campingplatz aller Camps im Etosha. Wir hatten ein schönes Grillfeuer und ein leckeres Abendessen.
Wir hatten nur eine Nacht in Olifantsrus. Bei Sonnenaufgang waren wir ready und machten uns auf den Gamedrive. Die ersten Wasserlöcher waren nicht sehr ergiebig, also gingen wir auf die nächste Picnicsite. Wir waren gerade bereit, um Kaffee aufzusetzen, da hörten wir Löwengebrüll.Schnell packten wir alles zusammen und fuhren zum Wasserloch in der Nähe. Check, da lag ein Löwenmännchen im Schatten eines Termitenhügels. Das war Cool. Wir blieben nicht all zu lange, denn der Löwe war recht weit weg und hatte sich ungünstig hingelegt.
Olifantsrus
Etosha National Park
Okaukejo
Nach der Löwensichtung verliessen wir die Gegend von Olifantsrus. Bei der nächsten Picnicsite begann das Unheil. Die Gasflasche war leer und auch mit der Reserveflasche war nichts anzufangen. Irgendetwas war da schief gelaufen, denn bei der Übergabe hatten beide funktioniert. Es blieb uns nichts anderes übrig, als den Park zu verlassen und bis nach Outjo zu fahren, um zu Gas zu kommen. Ansonsten hätten wir keine Möglichkeit, um Kaffee zu machen und wir wären ganz auf Holz angewiesen, um etwas zu kochen. Bis nach Oujo waren es deutlich über hundert Kilometer. Die Laune war nur mittelprächtig. Wir konnten die Gasflaschen auffüllen. Der Vorteil war jetzt, dass wir nochmals in den Pick n' Pay gehen konnten. Dort war jetzt das Angebot wesentlich besser, als am Vortag und wir konnten unser geliebtes Filet in Vakuumverpackung einkaufen. Dann ging es zurück in den Etosha und zum Okaukejo Camp. Der Campingplatz, den wir zugewiesen erhielten, war richtig schlecht. Es nützte aber nicht viel, denn praktisch alle Plätze sind schlecht und die Abolutions eine Katastrophe. Zumindest entschädigte das Wasserloch für die schlechte Campingmöglichkeit. Auf dem Abend-Gamedrive hatten wir Glück. Wir sahen grosse Elefanten, zwei Black Rhinos und vier Löwen. Das war nicht schlecht.
Wir hatten insgesamt drei Nächte in Okaukejo. An allen Tagen sahen wir mindestens einmal Löwen. Damit hatten wir wesentlich mehr Glück als viele andere Besucher, denn viele suchten vergeblich nach Katzen. Beinahe schafften wir sogar eine gute Sichtung einer Brown Hyena. Doch diese Tiere sind so scheu, dass die Fluchtdistanz riesig ist. Unschlagbar war das Wasserloch in Okaukejo. Da sind gute Tiersichtungen garantiert und eigentlich hätten wir auch den ganzen Tag an diesem Wasserloch bleiben können. Leider mussten wir den Park noch ein zweites Mal verlassen. Wir mussten Tanken, doch die Zapfsäule ging nicht. Für die Leute dort war das kein Problem. Wir müssten ja nur aus dem Park raus bis zur nächsten Tankstelle. Wo war das Problem. Für die Leute dort war es nicht nachvollziehbar, dass die Zeit im Park wertvoll sein konnte und es deutlich weniger lustig war, achzig Kilometer zu fahren, beim Verlassen des Parks alle Formalitäten und Kontrollen über sich ergehen lassen zu müssen und beim Retourfahren auch wieder x Formulare ausfüllen zu müssen. Zum Glück hatten wir einen doppelten Tank und hatten so die Gewissheit, dass wir nicht nochmals wegen Diesel so einen Aufwand hatten.
Spitzmaulnashorn
Black Rhino
Ein besonders guter Ort, um Spitzmaulnashörner zu sehen, ist Okaukejo. Das Spitzmaulnashorn ist das etwas kleinere der beiden afrikanischen Nashornarten. Es gilt als temperamentvoller und aggressiver als das Breitmaulnashorn. Das Spitzmaulnashorn hat wie der Name schon verrät einen spitzen, fingerförmigen Greiffortsatz an der Oberlippe, um Blätter und Zweige abpflücken zu können.
Spitzmaulnashörner können hervorragend riechen und hören. Sie sind in der Lage, bei günstigen Bedingungen Gefahren oder Artgenossen über Hunderte von Metern zu wittern. Die Ohren können unabhängig voneinander in sämtliche Richtungen gedreht werden. Ihr Sehvermögen hingegen ist nur schwach entwickelt. Trotz ihrer plumpen Erscheinung können sich Nashörner erstaunlich schnell fortbewegen.
Anfang des 20. Jahrhunderts streiften noch rund 850.000 Spitzmaulnashörner durch das subsaharische Afrika. Aber Bejagung und Wilderei ließen die Bestände in der Kolonialzeit stark einbrechen. Der Tiefpunkt wurde 1993 erreicht, als es nur noch rund 2.500 Spitzmaulnashörner gab. Seitdem erholen sich die Bestände langsam, aber stetig.
Okondeka Loop
Nebrownii, Gemsbokvlakte, Olifantsbad & Aus
Etosha National Park
Namutoni
Nach den drei Nächten in Okaukejo wechselten wir das Camp. In Namutoni, wo wir ebenfalls für drei Nächte gebucht hatten, bekamen wir einen schönen Stellplatz mit viel Platz und Schatten. Auf dem Weg von Okaukejo nach Namutoni hatten wir Glück mit zwei Sichtungen von Geparden. Auch sonst wurden wir weiter vom Glück verfolgt. So auch beim Tsumcor Wasserloch. Völlig unverhofft spazierte da eine Löwin an uns vorbei und ging trinken. Die Löwin war alleine unterwegs und wir vermuteten, dass sie kurz vor der Geburt von Jungen war. In diesem Fall ziehen sich die Löwinen zurück und sondern sich von ihrer Pride für eine Tage ab.
Schon in Okaukejo hatten wir die Bekanntschaft mit einem älteren südafrikanischen Paar gemacht, die aus der Gegend von Durban bis in den Etosha gereist waren. In Namutoni trafen wir sie wieder und wir verbrachten einen schönen Grillabend zusammen. Weniger vom Glück verfolgt war ein Schweizer Paar aus Kirchberg, die mit einem Britzcamper unterwegs waren. Dieser machte an allen Stellen nur Probleme und die zwei waren absolut frustriert. Ein weiteres Happening war eine riesige Gruppe von Franzosen, die mit komplett untauglichen Wohnmobilen von Maui durch den Park kurvten. Wir zählten insgesamt fünfzehn Wohnmobile. Doch sie dezimierten sich sukzessive selber. Schon in den ersten Stunden krachten zwei so zusammen, dass die Wohnmobile praktisch Schrott waren. Uns hätte wunder genommen, wie viele dieser Kisten das Ziel erreicht haben.
In Okaukejo hatten wir viele gute Löwensichtungen. Auch in Namutoni sahen wir Löwen, doch weil wir schon viel gesehen hatten, mussten wir uns nicht in jedes Getümmel begeben. Wir konnten uns auf andere sehr schöne Tierbegegnungen konzentrieren.
Kalkheuwel, Chudop & Dik Dik Drive
Tsumcor, Andoni & Okevi
Breitmaulnashorn
White Rhino
Das Breitmaulnashorn ist grösser und schwerer als das Spitzmaulnashorn. Es gilt als das geselligere und ruhigere der beiden afrikanischen Nashornarten . Das Breitmaulnashorn hat wie der Name schon verrät ein breites Maul und frisst fast ausschliesslich nur Gras. Sein grosser Kopf schwebt praktisch ständig nur wenige Zentimeter über dem Boden.
Im Englischen heissen die Breitmaulnashörner White Rhinos. Tatsächlich unterscheidet sich die Hautfarbe beider afrikanischer Nashörner nicht. Es wird angenommen, dass der Name „White Rhino“ auf ein Missverständnis zurückzuführen ist. Das Afrikaans-Wort „wyd“ bedeutet übersetzt „breit“, klingt aber dem englischen „white“ sehr ähnlich. Vermutlich wurden die beiden Nashornarten von englischen Siedlern so White Rhinos und Black Rhinos genannt.
Auf dem Okerfontein Loop zwischen Namutoni und Halali erblickten wir ein Breitmaulnashorn, das tatsächlich weiss strahlte. Der Boden in dieser Gegend ist absolut weiss und das Nashorn hatte sich wohl im naheliegenden Schlammloch gewälzt.
Ghost Elephant
Das Wasserloch Okerfontein zwischen Namutoni und Halali ist beliebt bei Elefantenbullen. Diese tauchen vorallem im Nachmittag auf und begeben sich zum Wasserloch. Diese Elefanten zählen zu den grössten Elefanten in ganz Afrika. Sie wirken weniger Eindrucksvoll als die Tusker im Kruger National Park, weil ihre Stosszähne abbrechen. Dass die Stosszähne abbrechen liegt an der Nahrung, die die Elefanten im Etosha vorfinden.
Um Okerfontein ist der Schlamm und der Sand strahlend weiss. Wenn sich die Elefantenbullen mit Sclamm und Sand zum Schutz vor Insekten einsprayen, wird ihre Haut ganz hell und weiss. Diese weissen Elefanten werden Ghost Elephants genannt.
Etosha National Park
Halali
Auf der Fahrt von Namutoni nach Halali hatten wir für einmal wenig Glück. Wir verpassten jeweils knapp ein Löwenrudel und eine jagende Gepardin. In Halali hatten wir für zwei Nächte gebucht. Der Campingplatz bot nicht viel. Es ist quasi ein steiniger Platz ohne Schatten. Und das bei fast vierzig Grad. Es war kaum auszuhalten.
Wie auf jeder Reise, hatten wir eine Bialetti Maschine aus der Schweiz dabei. Doch dieses Teil, das wir mitgenommen hatte, wollte und wollte einfach nicht richtig funktionieren. Der morgendliche Kaffee aus unserer Bialetti ist für uns ein wichtiges Ritual auf jeder Safari. Wir wollten unserem Problem Abhilfe leisten und in Windhoek versuchen, eine Bialetti, auch wenn es nicht original sein sollte, zu kaufen. Das war der Grund, warum wir den Etosha National Park einen Tag früher verliessen, als geplant.
Charitsaub & Salvadora
Etosha Pan
Die Etosha Pan ist die grösste Salzpfanne in ganz Afrika und das markanteste Naturmerkmal des Etosha Nation Park. In der Sprache des Ovambo Stammes heißt Etosha „Großer weißer Ort“, ein Name den die ersten europäischen Entdecker Sir Francis Galton und Charles Andersson diesem Ort gegeben haben als sie 1851 zusammen mit den Ovambo Händlern durch diese Gegend gereist sind. In der Gegend um Halali führt die Strasse teilweise unmittelbar an der Salzpfanne entlang. An zwei Stellen ist ein Zugang gebaut, so dass Besucher auf die Salzpfanne hinausfahren können.
Daan Viljoen Game Reserve
Spreetshoogte Pass
Wir verliessen Halali und den Etosha National Park einen Tag früher, als ursprünglich geplant. Wir hatten acht unvergessliche Tage im Park mit fantastischen Tiersichtungen. Wir verliessen den Park beim Anderson Gate. Wir nahmen die Hauptstrasse über Outjo und Ojiwarongo. Dort gab es sehr gute Einkaufsmöglichkeiten, die wir nutzten und unsere Vorräte auffüllten. In Okahanja gingen wir in ein Kaffee. Wir sahen, dass sie im Lokal eine echte Kolbenmaschine hatten. Kathrin fragte beim Personal, ob sie eine Ahnung hatte, wo wir in Windhoek eine Bialetti finden könnten. Die Besitzerin gab uns den Tip, es bei Bushwhackers zu versuchen. Wir lokalisierten den Laden auf Tracks4Africa und so fanden wir den Laden problemlos. Der Laden war mit Waren jeglicher Art komplett überfüllt. Doch zu unserem Glück fanden wir, was wir suchten. Es war nicht eine Bialetti, sondern ein anderes Produkt, erschien aber vertrauenswürdig. Eine Kaffeemaschine zu finden, ging also viel einfacher, als wir es uns ausgemalt hatten. Wir überlegten, wo wir jetzt hinfahren und übernachten könnten. Wir entschieden uns, es im Daan Viljoen Game Reserve zu versuchen. Das ist ein kleiner Park unweit von Windhoek in einer schönen hügeligen Landschaft gelegen. Wir checkten ein und bekamen auf dem Camping einen Platz. Der war sehr gut ausgestattet und ist ein echter Tipp für Reisende, die ihre erste oder letzte Nacht in Namibia verbringen. Wir machten die 4x4 Strecke, die einige schöne Aussichten bot. Zur Feier des Tages gingen wir ins Restaurant essen. Es gab einen Hamburger.
Am frühen Morgen galt es ernst. Der Test mit der neuen Kaffeemaschine stand an. Es funktionierte hervorragend. Wir nahmen gleich zwei Kaffees, damit wir auch sicher waren, dass es gut klappte. Der Test war absolut erfolgreich. Wir hatten nun einen Tag und eine Nacht, wo wir spontan entscheiden konnten, was wir damit machen konnten. Wir entschieden uns, über den Spreetshoogte Pass nach Sesriem und Sossusvlei zu fahren. Die Strecke über den Spreetshoogte Pass nach Solitäre war landschaftlich ausgesprochen schön.
Daan Viljoen Game Reserve
Spreetshoogte Pass
Sesriem
Wir gelangten nach Solitaire. Da gab es die berühmten Apfelkuchen. Als wir wieder losfahren wollten, gingen die hinteren Türen nicht mehr auf. Das war nicht gut, denn hier hatten wir unsere Reisetaschen. Wir telefonierten mit Bushlore. Wir verblieben so, dass wir nach Sesriem fahren sollten und dort schauen, ob es wieder funktionierte. Das machten wir. Wir fuhren nach Sesriem und in den Park. Es war kein Problem, auf dem Camping des Namibia Wildlife Resorts einen Platz zu kriegen. Wir waren happy, dass auch das so reibungslos geklappt hatte. Die Türen funktionierten wieder.Also machten wir uns auf und wir fuhren zum Deadvlei. Auf der Sandpiste zum Parkplatz stand ein Auto, das stecken geblieben war. Es waren Deutsche, die komplett unvorbereitet in den tiefen Sand gefahren waren. Sie hatten keine Luft abgelassen, keine Werkzeuge und Schaufeln dabei, und was wir am Schlimmsten fanden, sie hatten null Wasser bei sich. Wir halfen so gut es ging, schafften es aber nicht ganz. Wir fuhren zurück, um Hilfe zu holen, was letztendlich unnötig war. Die beiden konnten sich selbst befreien, nachdem wir alles vorbereitet hatten. Jetzt wollten wir keine Zeit mehr verlieren und rumpelten so schnell wie möglich zum Deadvlei. Dort verbrachten wir eine tolle Zeit. Dann waren wir müde. Wir fuhren zurück ins Camp und setzten uns gleich ins Restaurant. Da Tranken wir gemütlich ein Bierchen und assen ein Oryx-Steak.
Bei Sonnenaufgang stiegen wir aus dem Dachzelt. Die Türen funktionierten nicht mehr. Obwohl es Sonntag früh war, riefen wir bei Bushlore an. Bushlore wollte sich um einen Mechaniker kümmern, der zum Camping kommen würde. Wir waren gespannt, wielange das wohl dauern würde und begannen mit dem Frühstück. Kaum zwanzig Minuten nach dem Telefon kamen zwei Mechaniker. Das ging ja super schnell. Sie konnten unser Problem beheben. Wir stellten fest, dass beim Dachzelt noch zwei Bügel defekt waren, auch das wurde prompt repariert. Wir waren begeistert, wie fix das ging.
Dune 40
Deadvlei
Dune 45
Bagatelle Kalahari Game Ranch
Wir verabschiedeten die Mechaniker mit einem Trinkgeld und einem Dankeschön, dass sie so schnell alles erledigt haben. So waren wir trotz der Autoprobleme früh bereit, um Richtung Bagatelle Kalahari Game Ranch. Die Strecke über den Zarishoogte Pass war nicht ganz so spektakulär, wie über den Spreetshoogte Pass. Am Mittag waren wir in Mariental an der Tankstelle, wo wir etwas assen. Von hier war es nur eine kurze Strecke, bis in die Lodge. Wir mussten noch etwas warten, bis wir auf den Zeltplatz durften. Wir hatten uns für den Abend-Gamedrive und die Gepardenfütterung angemeldet. Es war das absolute Einsteigerprogramm und in den Gesprächen mit den anderen Gästen wurde klar, dass wir praktisch die einzigen mit mehrmaliger Afrikaerfahrung waren. Die Ausfahrt war nett und die Stimmung schön. Nachdem wir nun zweimal in einem Restaurant waren, kochten wir wieder einmal selber. Am nächsten Morgen machten wir noch die Führung mit den San-Leuten mit. Das war ganz interessant. Anschliessend packten wir alles zusammen, um die nächste Etappe unserer Reise zu starten.
Bagatelle Kalahari Game Ranch
Cheetah feeding
San Bushmen Walk
Die San zählen zu den vergessenen Völker der Erde. Seit Urzeiten leben sie im südlichen Afrika. Neuste Forschungen gehen davon aus, dass die San das älteste Volk der Welt sind.
San ist eine Sammelbezeichnung für einige indigene Ethnien, die ursprünglich als Jäger und Sammler im südlichen Afrika lebten. Als Nomaden besassen sie kein festes Land und wurden deshalb von vorrückenden Bantu-Stämmen und weissen Siedlern immer mehr an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Traditionell lebende Gruppen zogen sich in die trockenen Gebiete der Namib- und Kalahari-Wüste zurück.
Die San sind auch für ihr kulturelles Erbe bekannt. Über das gesamte südliche Afrika finden sich eindrucksvolle Malereien und Steinritzungen, so etwa in den Drakensbergen (ZA), Matopo Hills (ZIM), Tsidolo Hills (BOT) und Twyfelfontein (NAM).
Die modernen San haben den Ökotourismus als Einnahmequelle entdeckt. Diejenigen, die aufgeschlossen und stolz auf ihre Kultur sind, zeigen sie gerne den ehrlich interessierten Fremden. Feuer machen aus Stöcken, flechten von Seilen aus faserigen Pflanzen und traditionelle Tänze sind nur einige der faszinierenden Beispiele. Der konventionelle Kulturtourismus kann jedoch ausbeuterisch und entwürdigend sein, wenn die heutigen San als primitive Stämme dargestellt werden.









































































































































































































































